Vince Neil – Monsters of Rock Cruise 2017

By on on Festival Reviews

Vince Neil – Monsters of Rock Cruise 2017

Vince Neil – Monsters of Rock Cruise 2017

Bitches, Boote und Bahama Mamas.
Als ich an Bord von meiner Reise über die Florida Keys im rosaroten Ford Mustang Cabrio erzählte, und dabei das erlebte schilderte, hängt eine Delegation leicht angewelkter Mid-40erinnen an meinen Lippen.
„Garcon“ rufe ich mich einem verschmitzten Lächeln. „Eine Runde Bahama Mama bitte. Schreiben Sies aufs Zimmer.“ Der Garcon nickt. Ich nicke zurück.
Die Synanpsen auf Durchzug stellen und richtig abzappeln bis die Kotze sauer schmeckt.
Die sündhaft engen Badehosen, die wenig Raum für Fantasie lassen, bescheren mir lüsterne Blicke als ich mich auf dem Weg zur Bühne machen, wo sich eine Kapelle namens „Vince Neil“ bereits eingefunden hatte, ihr Liedgut feil zu bieten.

Vince – mein nicht ganz unbekannter Namensvetter – weckt mit seinem Namen, und der Versprechung sämtliche beliebten Hits der aufgelösten Mötley Crüe zu spielen, große Erwartungen.
Als der vielbeworbene Alpha-Prengel rhombenförmig die Bühne enterte wurde jedoch schnell klar, was von dieser Darbietung zu erwarten war.
Nicht viel. Die eingekaufte Band rund um Vince machte Ihren Job zwar riesig, konnte aber nicht über die stimmlichen Schwächen von Vince hinweg täuschen.

In der Tat fragte man sich, wie Mötley mit diesem Sänger jemals den Status bekommen konnten, den diese lange Zeit inne hatten.
Die Choren wurden entweder eingespielt oder dem Publikum überlassen und einen großen Teil der Set war Vince gar nicht selbst auf der Bühne, sondern ließ seine Mitmusiker diverse Coverversionen darbieten, was unter dem „Vince Neil“ Banner einen recht komischen Eindruck vermittelte.

Wofür Vince die Auszeiten genutzt hat ist unklar, da er nach seinen längeren Ausflügen hinter die Bühne genau so kraft- und stimmlos zurück kehrte.
Das eigentlich ärgerliche dabei ist nicht der schlechte Tag, den wohl jeder Mal erwischen kann, sondern die unglaubliche Lieblosigkeit, mit der das Ganze vorgetragen wurde.
Einzelne (nicht wenige) Textzeilen wurden komplett vergessen oder weggelassen und auch sonst gab sich Vince nicht die geringste Mühe auch nur ein bisschen Motivation zu zeigen.

Die (hoffentlich gut bezahlte) Begleitband konnte einem leidtun. Selten habe ich einen enthusiastischeren Drummer mit derart lässigen und ausgefallenen Moves gesehen. Kein Wunder, dass auch Slaughter dessen Dienst zwei Tage später in Anspruch nahmen. Ebenfalls selten brillierte ein Gitarrist dermaßen mit Pinch Harmonics und einem Hammer Sound, der Vince vor dem völligen Fiakso rettete.

The Good

  • gute Band
  • bekannte Songs

The Bad

  • schlechter Sänger
  • lustlos vorgetragene Performance
2.0

Written by: Vince Voltage

ROCKADVISOR

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