Steel panther – Balls out

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Steel panther – Balls out

Las Vegas. Nevada. Wir schreiben das Jahr 2010.

„Locals only“ Schilder zeugten von amerikanischer Willkommenskultur als ich mich der Green Valley Ranch weit abseits des „Strip“ näherte. Die Spandex saß sündhaft eng, das Bandana umschmeichelte mein Haupthaar und die Cowyboystiefel klackerten zu den Münzen der Slot Maschinen als ich die Lobby betrat.

Das grandiose Erstlingswerk „Feel the steel“ hatte mich dermaßen begeistert, dass ich um die halbe Welt geflogen war um diese Band live zu sehen. Mitten in der Wüste. Vor 80 zahlenden Gästen. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ich war verliebt in diese Band.

Entsprechend hart und unerwartet traf mich ein Jahr später das desaströse Sequel „Balls out“. Wo war nur die Verve geblieben, welche diese Band ausmachte?
Doch der Reihe nach…
…die Uninspiriertheit und Belanglosigkeit, die sich wie Kaugummi durch das ganze Album zieht findet ihren vorläufigen Höhepunkt in „Just like tiger woods“, welches (wenn auch nur knapp) von „Why can`t you trust me“ unterboten wird.
So gelingt es keiner Nummer auf der Scheibe auch nur eine Sekunde über die Spieldauer hinaus in meinem Gehörgang Fuß zu fassen.
„Weenie ride“ am Schluß sägt ebenso an meinen Nerven, wie an dem Denkmal, welches sich die Band einst errichtet hatte.

Doch ist wirklich Alles schlecht?
Aus dem kreativen Dunkel, welches dieses Album zweifellos verkörpert schimmern hier und da, wenn man genau hinschaut, dann doch vereinzelte Lichtpunkte.
Die Lyrics von „Supersonic sex machine“ können wohlwollend noch als ansatzweise witzig bezeichnet werden. Der okayene Gitarre-Riff von „17 girls in a row“ lässt zumindest ahnen was diese Band einst zu leisten im Stand war.
„Tomorrow night“ in seiner Gesamtheit ist sicher der am wenigsten enttäuschende Song, doch diese schemenhaften Ansätze der einstigen Klasse konnten mich nicht davon abbringen meinen physischen Tonträger zu zerstören, damit kommende Generationen nicht darunter leiden müssen.

Written by: Vince Voltage

ROCKADVISOR

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